„Darf der Hund auch ins Bett?“ Kaum eine Frage wird einem Hundehalter häufiger gestellt als die Bett-Frage. 
Warum beschäftigt es uns so sehr, wo das Fellknäuel die Nacht verbringt?

 
Meine Hündin darf ins Bett. Ich behaupte sogar, dass ihre Anwesenheit etwas sehr Beruhigendes hat. Das Schmatzen, Strecken und das tiefe Ausatmen kurz bevor sie sich in den Tiefschlaf verabschiedet, signalisieren das perfekte Ende eines Tages.

1. Übertragung von Bakterien und anderen Keimen

Ich habe keine Flöhe, keine Zecken und keinen Dreck zwischen den Füßen. Mein Hund übrigens auch nicht. Gegen das Ungeziefer unternimmt man im Allgemeinen nicht erst etwas, wenn der Hund ins Bett krabbelt. Und den Sand zwischen den Füßen hat sie sich vor dem Schlafengehen bereits auf dem Sofa abgelegen.
Mitunter kann es allerdings tatsächlich sinnvoll sein, die Nacht getrennt zu verbringen. Vor allem bei Erkältungs- oder Magen-Darm-Krankheiten besteht für beide Seiten Ansteckungsgefahr. Sogenannte Zoonosen sind Krankheiten, deren Übertragung vom Mensch auf das Tier und umgekehrt erfolgen kann. Derzeit sind etwa 200 solcher Krankheiten bekannt, die durch Viren, Bakterien, Pilze oder auch Parasiten Mensch und Hund das Leben schwer machen können.

2. Störung der Nachtruhe

Diesem Argument habe ich nichts entgegenzusetzen. Bevor ich die Augen schließe, befinden sich 15 zusammengerollte Kilo am Fußende und nichts deutet darauf hin, dass dieses kleine zarte Wesen plant, das ganze Bett zu erobern. Häufig wache ich nachts auf und befinde mich gefühlt in einem Kinderbett. Der Rücken tut weh, die Beine sind angezogen und was eben noch die Größe eines kleinen Sofakissens hatte, ist zum ausgestreckten Riesen geworden. Wie durch Zauberhand hat man dabei den Anspruch an das eigene Bett verloren. Den Kampf um jeden Millimeter Platz verliere ich dabei regelmäßig.
 

3. Die Rangordnung wird zerstört

Das ist leider eine Aussage, die noch immer in vielen Köpfen herumgeistert. Zahlreiche Medien und leider auch viele Hundetrainer erzählen den Hundehaltern, dass ihr Hund sie nie wieder ernst nehmen wird, wenn er erst einmal im Bett geschlafen hat. Ich kenne jedoch keinen einzigen Erfahrungsbericht von jemandem, der genau das erlebt hat.
Wir kaufen unseren Fellnasen ihre eigenen Betten, Decken und Körbchen nur deswegen, weil wir wissen, dass es gemütlich ist. Unser Bett ist jedoch der gemütlichste Ort der Welt. Hier riecht es nicht nur intensiv nach dem Rudel, hier kommen nachts auch alle zusammen.
Wenn meine Hündin zwischen Kopfkissen, Decke und Fußende wählt, geht es nicht darum, mir den Rang abzulaufen. Sie sucht einfach nur nach dem bequemsten Platz für sich, um dabei zu sein. Und wenn sie den gefunden hat, gibt es für mich nichts Entspannenderes als ihr Atmen zu hören. Wir sind tagsüber ein Team und das Gleiche gilt auch für die Nacht.
Wer jemals am Morgen in das verschlafene Gesicht eines Hundes geschaut hat, weiß, dass es genau dieser Augenblick ist, der den Beginn eines Tages so schön macht.
 
Ob ein Hund also ins Bett darf oder nicht, hängt einzig und allein davon ab, was man möchte. Wer jeden Morgen ausgeruht und ohne Rückenschmerzen aufstehen möchte, wird einen anderen Schlafplatz für seinen Vierbeiner finden müssen. Wem die Nähe und das Kuscheln jedoch wichtiger ist, der wird seinen Hund nicht lange bitten müssen.