Wenn es in Wald und Flur wieder reichlich Nachwuchs gibt, gilt in vielen Bundesländern Leinenzwang.
In den meisten Bundesländern beginnt diese Zeit am 1. April und endet am 15. Juli. In Bremen beginnt die Brut- und Setzzeit sogar schon am 15. März.

Eine einheitliche Regelung zum Leinenzwang gibt es nicht. In einigen Bundesländern gilt sogar eine generelle ganzjährige Leinenpflicht oder Anleinpflicht im Wald.
Darüber hinaus kann jede Gemeinde eine Leinenpflicht anordnen und den Freilauf nur auf ausgewiesenen Freilaufflächen erlauben.
Weicht man dann auf Wiesen und Felder aus, ist es der Landwirt, der dort vielleicht Futter anbaut und verständlicherweise nicht so begeistert ist, wenn dieses durch Hundekot verunreinigt wird.
Es ist also ohnehin schon gar nicht so leicht, seinem Hund einen artgerechten Auslauf zu bieten, ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen.
Warum sollte man dennoch in der Brut- und Setzzeit darauf achten, dass durch den Vierbeiner keine Wildtiere zu Schaden kommen?
Unumstritten ist die Tatsache, dass jedes Jahr unzählige Tiere durch Mähmaschinen oder Jagd während der Brut- und Setzzeit ums Leben kommen.
Hundehalter können jedoch ihren Teil zum Tierschutz beitragen, damit nicht noch mehr Jungtiere sterben müssen.
Auch wenn die Fellnase keinen ausgeprägten Jagdtrieb hat, reicht schon das Stöbern im Gebüsch, um ein Gelege zu zerstören. Ein kurzes Beschnüffeln eines Rehkitz sorgt dafür, dass die Ricke dieses nicht mehr aufsucht und es verhungern muss.
Die meisten Hundehalter nehmen ohnehin schon Rücksicht auf Wildtiere, andere Spaziergänger, Jogger und Radfahrer und müssen nun nach Alternativen suchen, damit sich die Vierbeiner auspowern können.
Leider gibt es in vielen Bundesländern jedoch kaum ausgewiesene Freilaufmöglichkeiten für Hunde. In vielen Fällen bleibt also nur die Schleppleine.
Doch gerade diese kann dafür sorgen, dass Hund und Halter während des Spaziergangs gemeinsam viel Spaß haben.
Apportier- und Suchspiele, das Verstecken eines Futterdummys, Balancieren auf Baumstämmen und viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten können auch mit der Schleppleine realisiert werden, stärken die Bindung zwischen Mensch und Hund und schonen den Geldbeutel.
Denn bei einem Verstoß gegen die Leinenpflicht können bis zu €5.000,- Geldbuße fällig werden.
Regelungen der Bundesländer zur Leinenpflicht
In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung der Leinenpflicht in Wald und Flur. Jedes Bundesland kann für sich festlegen, ob und wo es einen Leinenzwang gibt.
Diese Festlegung gilt dann allerdings nur außerhalb der Städte und Gemeinden, da diese ebenfalls eigene Vorschriften festsetzen dürfen. In den Wäldern gilt das jeweilige Landeswaldgesetz.
Besondere Regelungen während der Brut- und Setzzeit gibt es derzeit nur in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Bundesland  Leinenpflicht  Besonderheiten  Wildschutz* 
Baden-Württemberg Nein Nur mit schriftlicher Genehmigung. Diese wird nur erteilt, wenn z. B. ein Einfangen nicht möglich ist.
 Bayern Nein  – Wenn der Hund dem Wild nachstellt und es gefährdet.
 Berlin  Ja
Außer auf ausgewiesenen
Freilaufflächen
Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
 Brandenburg  Ja kurze Leine Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
 Bremen Ja
Außerhalb der Schonzeit dürfen Hunde auf Waldwegen ohne Leine laufen.
Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Hamburg Ja kurze Leine Ja, wenn der Hund wildert.
Hessen  Nein  – Wenn der Hund dem Wild nachstellt und alle Maßnahmen zur Sicherung des Hundes scheitern.
Mecklenburg-Vorpommern Ja  – Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Niedersachsen  Ja
Außerhalb der Schonzeit dürfen Hunde auf Waldwegen ohne Leine laufen.
Nordrhein-Westfalen Ja Auf Waldwegen dürfen Hunde frei laufen. Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Rheinland-Pfalz Nein  – Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Saarland Nein  – Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Sachsen Nein  – Wenn sich der Hund längerfristig außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Sachsen-Anhalt Teilweise Leinenpflicht während der Schonzeit Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Schleswig-Holstein  Teilweise Im Wald ganzjährig Leinenpflicht. Wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.
Thüringen Ja  – Wenn sich der Hund längerfristig außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet.

 

* Der Jagdschutzberechtigte darf zum Schutz der Wildtiere auf einen Hund schießen.

Schonzeiten:
Bremen: 15.03. – 15.07. Brut- und Setzzeit
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: 01.04.-15.07. Brut- und Setzzeit