Harz? Ernsthaft jetzt? Das ist doch nur was für alte Leute und Menschen, die eine ausgeprägte Sammelleidenschaft für Wanderabzeichen haben.

Wenn man jedoch einfach mal ein paar Tage mit Hund in der Natur verbringen möchte, ist der Harz geradezu perfekt. Für Flachlandbewohner ist das Mittelgebirge mit so viel naturbelassenem Wald schon fast eine andere Welt.
Hat man dann noch die Möglichkeit, außerhalb aller Ferien zu verreisen, bekommt man Ruhe und teilweise menschenleere Wanderrouten geboten.

Ein verlängertes Wochenende im Mai sollte es also werden. Mehr als 4 Tage würden wohl nicht nötig sein, um etwas abzuschalten und den Harz zu erkunden.
Nach ausgiebiger Suche entschieden wir uns für den PanoramaPark Sankt Andreasberg. Hier sind bis zu 2 Hunde erlaubt. Wiesen und Wanderwege liegen direkt vor der Haustür und man hat sein eigenes Ferienhäuschen zur Erholung.

Schon bei der Ankunft gab es die erste Überraschung. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, wurde uns das Urlaubspaket für den Hund überreicht. Natürlich handelt es sich dabei „nur“ um ein Werbegeschenk von Futterhaus und Novasol. Aber mal ehrlich, wer würde sich da nicht freuen? Geschenke für das Hundetier sind ja fast noch schöner als für einen selber.

Im Paket befanden sich ein Futterhaus-Quietschhund, ein Reise-Trinknapf, ein Trockentuch, ein Kotbeutelspender und ein 15% Gutschein.

Das Haus war schnell bezogen und die Aussicht einfach nur sensationell schön.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit, die Gegend zu erkunden. Da wir nicht die geübtesten Wanderer sind, nahmen wir uns keine Tagestouren sondern einzelne Rundwanderwege vor. So ging es rund um den Oderteich oder zu den Klippen bei Schierke. Da man immer wieder an einen der zahlreichen Bergbäche kommt, kann man auf das Mitschleppen des Wassers für den Hund verzichten.

Richtung Brocken haben wir dann natürlich immer wieder mal andere Wanderer getroffen. Trotzdem herrschte kein Gedränge bei den üblichen Aussichtspunkten und andere Hundehalter sind uns nur selten begegnet.

Im gesamten Nationalpark besteht Leinenpflicht. Als Ausgleich gibt es einen Hundewald. Dieser ist mit 0,5 ha aber vergleichsweise winzig und wohl eher zum Spielen mit Artgenossen geeignet.

Ein Highlight unserer Ausflüge war der Besuch der Waldgaststätte Rinderstall. Die Gaststätte befindet sich mitten im Nationalpark und ist daher nicht mit dem Auto zu erreichen. Umso entspannter ist die Atmosphäre, wenn man den Biergarten erstmal erreicht hat.
Es stehen viele Trinkmöglichkeiten für Hunde zur Verfügung und als Krönung des Ganzen gibt es eine Speisekarte nur für Hunde. Für Emily gab es dann natürlich auch einen getrockneten Hühnerhals.

Am schönsten waren jedoch die Abendspaziergänge. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter. Nach vereinzelten Schauern, kam zum Abend immer wieder die Sonne raus, so dass wir den Blick über die Wiesen vor dem Panoramapark genießen konnten.

Übrigens sind alle Vorurteile über den Harz berechtigt und richtig. Wanderabzeichen (Stempel) kann man wirklich überall sammeln und man trifft auch eher ältere Leute. Wer jedoch keinen Wert darauf legt, mit den unglaublichsten Urlaubsgeschichten vor anderen zu glänzen, kann hier ein paar wunderschöne und entspannte Tage mit Hund verbringen. Die Menschen sind wahnsinnig (hunde-)freundlich, die Natur ist einfach nur traumhaft schön und der Alltag ist schon bei der Ankunft vergessen. Emily war schon beim ersten Spaziergang sichtlich begeistert. Jeder Bach wurde erkundet, jede Wiese abgesucht und jeder steile Hügel erklommen.

4 Tage haben nicht mal ansatzweise ausgereicht, um alles zu erkunden. Wir werden mit Sicherheit demnächst wieder Richtung Harz aufbrechen.